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Von, mit und für Arthrosepatienten

Arthroseschmerzen

Die wichtigsten Fragen rund um Arthroseschmerzen:

1. Was ist eine Arthrose?

ArthroseschmerzenEine Arthrose ist eine Verschleißerkrankung der Gelenke. Ihre Häufigkeit nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Die Hälfte der über 60-Jährigen in Deutschland klagt über Gelenkschmerzen. Prinzipiell kann jedes Gelenk betroffen sein, besonders häufig kommen Arthrosen aber an Knie- und Hüftgelenken vor. Die Erkrankung beginnt schleichend. Am Anfang treten die Schmerzen nur gelegentlich und bei Belastungen auf, in späterem Stadium auch bei Ruhe und nachts. 

Die Abnutzung wirkt sich zunächst auf den Knorpel aus. Ausgehend von einer mechanischen Verletzung greifen bestimmte Zellen der körpereigenen Abwehr die elastischen Knorpelschichten an, welche die Knochenenden umgeben. Diese Polster, die normalerweise als „Stoßdämpfer“ das sanfte Gleiten der Gelenke ermöglichen, werden rau, rissig und dünner. Der Knorpelabrieb kann so weit führen, dass die gelenknahen Knochenenden schmerzhaft direkt aneinander reiben. 

Im Verlauf der Krankheit nimmt die Beweglichkeit ab, das Gelenk verformt sich. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose kann sich auch der Knochen verändern. Weil er größeren Belastungen ausgesetzt ist, verdichtet er sich bis hin zur Verformung. Bei mechanischer Überbelastung kann die Knochenstruktur im Inneren stellenweise zusammenbrechen, es bilden sich Löcher, sogenannte Geröllzysten. Da auch Knochen, Bänder, Sehnen und Muskeln von Veränderungen betroffen ist, betrachten Experten eine Arthrose nicht mehr als reine „Knorpelerkrankung“, sondern als Veränderung des ganzen Gelenks.

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2. Was sind die Ursachen von Arthroseschmerzen?

Eine Arthrose ist meist das Ergebnis verschiedener Ursachen. Auslöser können dauerhafte Fehlbelastungen oder akute Verletzungen sein. Zu den Risikofaktoren für eine Arthrose gehören das Alter, aber auch genetische Faktoren, Übergewicht, mangelnde Bewegung und Überlastung der Gelenke.

Der Schmerz geht bei einer Arthrose nicht vom Knorpelgewebe aus, denn dieses enthält keine Schmerzfühler. Die Knochenhaut, die Gelenkkapsel und deren Innenhaut verfügen indes über zahlreiche Schmerzrezeptoren. 

Besonders anfällig für Abnutzung und Verschleiß ist das Knie, direkt gefolgt vom Hüftgelenk. Ursachen einer „Gonarthrose“ - einer Arthrose im Kniegelenk - sind beispielsweise schweres Heben, lang andauerndes Knien oder Leistungssport. Aber auch Fehlstellungen der Knie oder Hüftgelenke sowie Verletzungen an Knorpel, Knochen, Kapseln und Bändern können den Knorpelabbau heraufbeschwören. Langfristig spielen auch einseitige Belastungen, zu wenig Bewegung und Übergewicht eine Rolle bei der Entstehung von Arthroseschmerzen. 
Der Knorpelabbau kann aber auch auf eine erblich bedingte Störung zurückzuführen sein. Wissenschaftler konnten eine Reihe von Erbfaktoren identifizieren, welche den Stoffwechsel im Knorpelgewebe steuern und damit die Empfänglichkeit für eine Arthrose erhöhen können.

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3. Warum ist Bewegung so wichtig?

Bewegung ist aus mehreren Gründen wichtig. Für den Stoffwechsel des Knorpels ist sie unentbehrlich. Die Knorpelflächen selbst besitzen nämlich keine Blutgefäße. Sie sind auf die Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit angewiesen, die in der Innenhaut der Gelenkkapsel hergestellt wird. Bei jeder Bewegung des Gelenks verteilt sich diese Flüssigkeit in demselben und transportiert gleichzeitig Abfallstoffe ab. 

Bewegung ist aber auch wichtig, weil sie Übergewicht vermeiden hilft, die Beweglichkeit aufrecht erhält und weil ein Rückzug aus dem aktiven Leben den Schmerz zusätzlich verschlimmert.

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4. Wie wird aus akutem Gelenkschmerz ein Dauerschmerz?

In der Regel gibt es nicht nur eine Ursache für chronische Gelenkschmerzen. Bei der Chronifizierung von Schmerzen spielen nicht nur körperliche Über- oder Unterforderung oder Fehlhaltungen eine Rolle. Meist ist Dauerschmerz die Antwort des Körpers auf ein mehrfach gestörtes Zusammenspiel von akutem Schmerz, falschem Schonungsverhalten und psychosozialen Faktoren. 

Und das kommt so: Bei akuten Schmerzen neigen viele Menschen dazu, körperliche und soziale Aktivitäten zu meiden. Aus Furcht, die Schmerzen zu verschlimmern, treiben sie keinen Sport mehr und gehen nicht mehr aus. Doch tatsächlich erreichen sie das Gegenteil: Mangelnde Bewegung schwächt und verändert Muskeln, Gelenke und Bänder und fördert so Fehlhaltungen, Verspannungen und erneute Schmerzen in anderen Bereichen des Bewegungsapparates. So kann es geschehen, dass eine Hüftgelenkarthrose auch Rücken- oder Knieschmerzen verursacht. 

Durch den Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben verlieren viele Menschen Lebensfreude und leiden stärker unter Stress, Angst und Depressionen. Diese Gefühle beeinflussen ihrerseits die Schmerzverarbeitung und können Schmerzen verstärken. Das Ergebnis ist ein Teufelskreis aus Angst und Schmerzverstärkung. Darum lauten die drei wichtigsten Empfehlungen bei akuten Schmerzen: 1. Schonung ist nur für kurze Zeit nötig. 2. Wichtig ist eine ausreichende Schmerztherapie. 3. Sie ist die Voraussetzung für eine zügige Rückkehr in die normale Alltagsaktivität.

Das heißt aber nicht, körperliche Warnzeichen völlig zu ignorieren. Denn nicht nur Ängstlichkeit und Depressivität sind Risikofaktoren für die Chronifizierung von Schmerzen. Menschen, die nicht auf die Warnsignale ihres Körpers hören und sich ständig überlasten, sind nämlich ebenso gefährdet.

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5. Welche Diagnostik ist nötig?

Bei Gelenkschmerzen ist die Befunderhebung durch ein ausführliches Gespräch sowie die körperliche Untersuchung besonders wichtig. Die Umstände, unter denen die Schmerzen auftreten, geben dem Arzt wichtige Hinweise. Zu diesem Zweck setzen Schmerztherapeuten auch vor der ersten Untersuchung Schmerzfragebögen ein. Der Patient kann zuhause in Ruhe alle nötigen Informationen zusammentragen. Dazu gehören unter anderem bisherige Behandlungen, andere Erkrankungen, die Entwicklung der Schmerzen.

uch ist es wichtig, den Schmerz zu „messen“. Der Patient wird aufgefordert, seinen Schmerz auf einer Skala von 0 bis 10 einzuordnen. Möglicherweise empfiehlt der Arzt seinem Patienten, ein Schmerztagebuch zu führen. Dieses kann wichtige Anhaltspunkte für die spätere Therapie geben. 

Die körperliche Untersuchung zeigt dem Arzt, von wo der Schmerz ausgeht, wie beweglich das betroffene Gelenk ist und wie kräftig die Muskulatur. Vermutet der Arzt eine Arthrose, wird er eine Röntgenuntersuchung anordnen. Im Anfangsstadium lässt die Breite des Gelenkspaltes Rückschlüsse auf den Zustand des Knorpels zu. Ist die Arthrose bereits weiter fortgeschritten, deuten andere sichtbare Zeichen, beispielsweise Knochensporne an den Gelenkrändern, auf die Erkrankung hin. 

Im Gegensatz zur Arthrose sind bei der Arthritis die Gelenke nicht durch Abnutzung zerstört, sondern werden durch chronische Entzündungen geschädigt. Blutuntersuchungen sind daher nötig, wenn der Arzt eine chronische Gelenkentzündung ausschließen will. Ist das Gelenk geschwollen und entzündet, kann eine Absaugung von Gewebeflüssigkeit nötig sein. Die gewonnene Flüssigkeit sollte im Labor untersucht werden, wenn der Verdacht besteht, dass die Gelenkentzündung durch einen Infekt hervorgerufen wurde.

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6. Was kann man bei akutem Gelenkschmerz tun?

Eine Arthrose beginnt schleichend mit leichten, belastungsabhängigen Schmerzen. Zwei Dinge sind schon bei den ersten Warnzeichen wichtig: viel Bewegung mit geringer Belastung und gesunde Ernährung. Bei deutlichem Übergewicht sollte man versuchen, das Körpergewicht um ein paar Kilo zu erleichtern. Geschont werden soll ein Gelenk nur, wenn es heiß, geschwollen und entzündet ist. 
Die meisten Patienten suchen erst dann ärztliche Hilfe auf, wenn die Arthrose häufig wiederkehrt oder bereits in Ruhephasen schmerzt. Ziel der Behandlung ist es dann, Schmerzen zu lindern und solange wie möglich die Belastbarkeit des Gelenkes zu erhalten. Denn heilbar ist eine Arthrose nicht. 

chmerztherapeuten setzen bei starken chronischen Schmerzen die „Multimodale Therapie“ ein. Das ist eine speziell auf den einzelnen Patienten zugeschnittene Schmerztherapie, welche die Beschwerden von allen Seiten angeht. Dazu gehören Medikamente die an verschiedenen Orten des Schmerzgeschehens eingreifen, nichtmedikamentöse Schmerztherapien wie Akupunktur oder die sogenannte „transkutane elektrische Nervenstimulation“ (TENS), sowie Bewegungstherapie und psychologisch-verhaltensmedizinische Maßnahmen.

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7. Welche Medikamente helfen bei akutem Gelenkschmerz?

Um aktiv bleiben zu können, sind in der Regel Schmerzmittel nötig. Bei akuten Schmerzen setzen Ärzte sogenannte „peripher wirkende Analgetika“ ein. Die Forscher gingen früher davon aus, dass bestimmte Schmerzmittel nur „vor Ort“ wirken, aber nicht das Schmerzgeschehen im Gehirn beeinflussen. Inzwischen weiß man, dass auch diese Substanzen die Schmerzverarbeitung im Gehirn verändern. 

Das am schwächsten wirksame Medikament der ersten Wahl aus dieser Gruppe ist Paracetamol. Dieses kann zur Bekämpfung leichter Arthroseschmerzen eingesetzt werden. 

In der Behandlung stärkerer akuter Arthroseschmerzen haben sich sogenannte „Nichtsteroidale Antirheumatika“, abgekürzt NSARs, bewährt. Das sind Acetylsalicylsäure und ihre Abkömmlinge wie Diclophenac, Ibuprofen oder Naproxen. Indem sie bestimmte Enzyme hemmen, unterdrücken sie die Produktion körpereigener Schmerz- und Entzündungsstoffe, sogenannter Prostaglandine. Weil Prostaglandine aber auch andere wichtige Funktionen haben, sind sie für Patienten mit Herz- und Nierenproblemen nicht geeignet. Auch führt die Einnahme von NSARs zu Nebenwirkungen an der Magen- und Darmschleimhaut. 

Eine Alternative sind die sogenannten Coxibe. Diese Wirkstoffe hemmen gezielt ein ganz bestimmtes Enzym und sind – zumindest für einen Zeitraum von sechs Monaten - besser verträglich, wenn auch nicht ganz ohne Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt. Doch auch diese Arzneigruppe ist bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, bei Durchblutungsstörungen der Arme und Beine und nach einem Schlaganfall nicht geeignet. Beide Wirkstoffklassen sollten nur kurzfristig und niedrig dosiert eingenommen werden. 

In vielen Fällen ist eine Kombination mehrerer Wirkstoffklassen sinnvoll. Da die Medikamente an unterschiedlichen Orten des Schmerzgeschehens eingreifen, unterstützen sie sich gegenseitig. So kann der Einsatz eines Antidepressivums oder eines schwach wirksamen Opioids die Wirkung von Schmerzmitteln und Antirheumatika verbessern. 

Standardisierte Extrakte aus Weidenrinde, der Wurzel der Teufelskralle oder Brennnesselblättern können – ergänzend eingesetzt – ebenfalls sinnvoll sein. Denn auch diese pflanzlichen Arzneimittel beeinflussen Schmerz und Entzündung. Allerdings tritt ihre Wirkung nicht sofort ein. Werden diese Präparate ergänzend zu NSAR eingenommen, kann eventuell deren Dosis herabgesetzt werden. 
Im frühen Stadium der Arthrose sollen sogenannte Chondroprotektiva den Knorpelabbau bremsen und den Knorpel schützen. Zu dieser Gruppe gehören freiverkäufliche Wirkstoffe wie Glucosamin und Chondroitin.

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8. Welche Medikamente helfen bei chronischem oder sehr starkem Gelenkschmerz?

Kehren die Gelenkschmerzen immer wieder oder kann der Schmerz mit den beschriebenen Schmerzmitteln nicht adäquat gelindert werden, kommen Opioide zum Einsatz. Ziel der Therapie ist es, den Schmerz rund um die Uhr in Schach zu halten. Bei den sogenannten „retardierten Arzneiformen“ ist die Wirksubstanz so „verpackt“, dass sie kontinuierlich freigesetzt wird, so dass der Wirkstoffspiegel im Blut relativ konstant bleibt. Diese Opioide werden nicht nach Bedarf, sondern nach einem strikten Zeitplan eingenommen. Das verhindert, dass der Wirkstoff plötzlich anflutet und der dadurch entstehende „Kick“ zu psychischer Abhängigkeit führt. 

Allerdings helfen Opioide nicht allen chronischen Schmerzpatienten. Langfristig bewirken sie nur bei der Hälfte der Patienten eine deutliche Schmerzerleichterung. Auch haben sie Nebenwirkungen. Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Juckreiz und Probleme beim Wasserlassen können auftreten. Die meisten Nebenwirkungen bessern sich aber im Lauf der Behandlung. 

Es gibt schwächer und stärker wirksame Opioide. Zu den schwächer wirksamen Medikamenten gehören Codein, Dihydrocodein, Tilidin in Kombination mit Naloxon, sowie Tramadol. Wenn nötig, wird der Arzt das verordnete Opiat mit anderen Substanzen kombinieren. 

Erzielen schwach wirksame Opioide nicht die erwünschte Linderung, wird der Arzt ein stark wirksames Opioid verschreiben. Morphin, Oxycodon, Hydromorphon, Buphrenorphin und Fentanyl unterliegen der sogenannten Betäubungsmittelverschreibungsverordnung. Der Arzt muss hierfür ein spezielles Rezept ausschreiben. Auch hier kann er zusätzlich Arzneien hinzuziehen, die an anderen Orten der Schmerzverarbeitung eingreifen. Medikamente gegen Depressionen beispielsweise bremsen die Weiterleitung von Schmerzimpulsen und beeinflussen die körpereigene Schmerzhemmung. Capsaicin-Pflaster enthalten den scharfen Wirkstoff, dem Chilischoten ihre Schärfe verdanken. Die Haut wird heiß und brennt, doch anschließend werden die Schmerzfühler unempfindlich.

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9. Wann helfen Spritzen?

Akute Entzündungen an einer Arthrose können auch durch das Einspritzen von Glucocorticoiden in das Gelenk gelindert werden. Glucocorticoide sind natürlich vorkommende Steroidhormone, beispielsweise Cortison, aus der Nebennierenrinde. Ihre Injektion kann kurzfristig die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit wiederherstellen. Wichtig ist jedoch, dass sie mit Bewegungs- und Entspannungstherapie kombiniert wird. Experten raten von solchen Injektionen in das Hüftgelenk ab, da der Hüftkopf geschädigt werden kann. Auch sind prinzipiell Infektionen möglich. Das Gelenk sollte daher drei bis fünf Tage nach der Spritze ärztlich beobachtet werden. 

Auch das Einspritzen von Hyaluronsäure in das betroffene Gelenk lindert Schmerzen und verbessert die Beweglichkeit. Als „Schmiermittel“ ist die Hyaloronsäure Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten zwar darauf hin, dass Hyaluronspritzen Schmerzen lindern und die Gelenkfunktion verbessern, doch die Therapie ist noch umstritten und wird von den Krankenkassen nicht übernommen.

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10. Was gehört sonst noch zur Behandlung chronischer Gelenkschmerzen?

An jedem Dauerschmerz nimmt der Mensch als Ganzes teil: er ist in seinen körperlichen, seelischen und sozialen Funktionen beeinträchtigt. Als Standard hat sich in der Behandlung chronischer Schmerzen deshalb die sogenannte „multimodale Schmerztherapie“ durchgesetzt. Dazu gehören Maßnahmen aus der Bewegungs-, Verhaltens- und Psychotherapie. Das Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung gestörter körperlicher, seelischer und sozialer Funktionen.

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11. Welche Bewegungstherapie ist wirksam?

Passive physiotherapeutische Maßnahmen wie Massage, Fango oder Wärme- und Kältebehandlung bringen Linderung, solange der Patient noch nicht in der Lage ist, aktiv Sport zu treiben. Sobald dies möglich ist, sollte aber ein chronischer Schmerzpatient in die aktive Phase übergehen. Bewegung hilft, Versteifungen der Gelenke zu verhindern. Wichtig ist dabei aber auch die Disziplin: die Bewegungstherapie sollte dreimal pro Woche auf dem Plan stehen. 

Es gibt bislang keine eindeutigen Empfehlungen, welche Sportarten effizienter als andere sind. Bei Arthrosen befürworten Experten sanfte Sportarten wie Radfahren bei niedriger Übersetzung, Walking, Rückenschwimmen - am besten in ca. 30 Grad Celsius warmem Wasser - , Wassergymnastik, Aqua-Jogging, Yoga oder Tai-Chi. Aber auch ein gezieltes Krafttraining der Kniestrecker und -beuger sowie der Hüftgelenkmuskulatur ist geeignet, wenn es unter Anleitung eines Physiotherapeuten stattfindet. Im Mittelpunkt jeder Bewegungstherapie sollte allerdings nicht die „Bekämpfung“ des Schmerzes stehen, sondern der Spaß an der Bewegung.

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12. Welche medizinischen Maßnahmen gibt es außer Medikamenten?

Die Akupunkturbehandlung hat sich - ebenso wie die Scheinakupunktur - in der Therapie von Kniegelenkarthrosen bewährt. Darum wurde die Nadelbehandlung bei dieser Erkrankung in das Leistungsverzeichnis der Krankenkassen übernommen. 

Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) gehört ebenso wie die Akupunktur zu den so genannten gegenirritativen Verfahren. Es werden Elektroden auf die Haut geklebt, die niederfrequente Wechselströme aussenden und dadurch ein sanftes Kribbeln erzeugen. Die Stromreize „übertönen“ die Schmerzreize und führen so zur Schmerzlinderung. Stromstärke und Impulsfrequenz können individuell geregelt werden.

Ob naturheilkundliche Verfahren wie Hydro-, Thermo- oder Atemtherapie, Homöopathie oder fernöstliche Methoden wie Qigong, Akupressur oder Yoga - es gibt ein kaum überschaubares Angebot an ergänzenden Behandlungsmethoden, die im Rahmen einer multimodalen Schmerztherapie nützlich sein können. Sie ersetzen jedoch nicht deren tragnde Elemente: Medikamente, Bewegungs- und Verhaltenstherapie.

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13. Welche verhaltensmedizinischen Maßnahmen gehören zur Therapie?

Verhaltensmedizinisches Training ist ebenso wichtig wie körperliches Training. Zwar lehnen viele Schmerzpatienten diese Therapieform zunächst ab. Doch Dauerschmerz ist das Ergebnis eines dynamischen Lernprozesses, an dem Körper und Seele gleichermaßen beteiligt sind. Deshalb muss die Psyche in die Behandlung chronischer Schmerzen ebenso einbezogen werden wie der Körper. Das Ziel ist es, Gewohnheiten aufzudecken, welche den Schmerz verstärken und stattdessen gesundheitsförderndes Verhalten zu erlernen. Dazu gehört der Abbau von Vermeidungs- und Schonungsverhalten, sowie von Angst. Diesen Plan verfolgen Ärzte und Therapeuten anhand spezieller Patientenschulungen, Verhaltenstherapie und Entspannungsübungen.

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14. Welche Möglichkeiten bietet die Arthroskopie?

Solange der Arthroseschmerz gelindert und die Beweglichkeit erhalten werden kann, raten Experten von Operationen ab. Schreitet die Erkrankung trotz multimodaler Schmerztherapie voran und schränkt den Patienten zu stark ein, ist die erste Methode der Wahl ein minimal-invasiver Eingriff: die Arthroskopie. 

Die Arthroskopie kann sowohl zur Diagnostik als auch zur Therapie eingesetzt werden. Unter Röntgensicht schieben die Chirurgen durch einen kleinen Hautschnitt ein Endoskop - ein schlauchartiges Gerät mit einer winzigen Videokamera- sowie zum Operieren einen Arbeitskanal und ihre Präzisionswerkzeuge bis zum betroffenen Gelenk vor. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, durch eine Arthroskopie ein beschädigtes Gelenk zu behandeln. 

Bei Kniegelenkarthrosen glätten und spülen die Ärzte den aufgerauten Knorpel. Die Wirksamkeit dieser Therapie ist umstritten. Bei jüngeren Patienten im Anfangsstadium, bei denen die entstandenen Schäden die Beweglichkeit schmerzhaft einschränken, kann der arthroskopische Eingriff den Gelenkersatz jedoch um Jahre hinauszögern.

Eine weitere therapeutische Möglichkeit ist die sogenannte Mikrofrakturierung. Sie ist jedoch nur bei bis zu 2,5 Millimeter großen, tiefen Knorpelschäden möglich. Der Chirurg schneidet den unter dem verletzten Knorpel liegenden Knochen mehrfach wenige Millimeter ein, so dass Blut austritt. Die im Blut enthaltenen Stammzellen entwickeln sich in ihrer neuen Umgebung zu Knorpelgewebe.

Durch den Arbeitsschlauch können Ärzte auch Knorpelgewebe transplantieren. Sie entnehmen aus dem beschädigten Gelenk Knorpelzellen und vermehren diese im Labor. Nach einigen Wochen schleusen sie die nachgewachsenen Zellen in den beschädigten Knorpel ein und spannen darüber ein Stück Knochenhaut. Die Transplantation gelingt jedoch nicht immer und wird nicht bei einer bereits bestehenden Arthrose eingesetzt. Sie kommt bei jungen Patienten zum Einsatz, deren Gelenk abgesehen von einem begrenzten Knorpelschaden gesund ist und soll die spätere Entstehung einer Arthrose verhindern. 

Ein weiterer vorbeugender Eingriff ist die Umstellungsoperation bei Fehlstellungen der Gelenke. Er kann die Überlastung der Gelenke und damit den Knorpelabrieb bremsen und somit den Gelenkersatz um fünf bis zehn Jahre hinauszögern.

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15. Wann ist ein Gelenkersatz empfehlenswert?

Können bei einer Arthrose die Schmerzen und die Einschränkungen der Beweglichkeit nicht mehr gelindert werden, muss das Gelenk durch eine Prothese ersetzt werden. In Deutschland werden derzeit etwa 138.000 Hüftgelenk- und110.000 Kniegelenkprothesen pro Jahr eingesetzt. 

Je nachdem, wie groß das zerstörte Knorpelareal ist, stehen verschiedene Kniegelenkprothesen zur Auswahl. Sogenannte Schlittenprothesen können eingepflanzt werden, wenn nur bestimmte Teile des Kniegelenks beschädigt sind. Sie haben den Vorteil, dass die Operation kleiner ist. Ist die Gesamtfläche zerstört, setzen die Ärzte eine Totalprothese ein, von der es ebenfalls mehrere Varianten gibt. Auch wurden inzwischen Knieprothesen entwickelt, die speziell auf die weibliche Anatomie abgestimmt sind. Immerhin sind sieben von zehn Prothesenträgern Frauen. 
Auch für den Ersatz eines Hüftgelenks stehen Prothesen zur Verfügung, die auf unterschiedliche individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. In zunehmendem Maße können Hüftendoprothesen minimal-invasiv operiert werden. Die Vorteile: Wichtige Sehnen der Hüfte müssen nicht mehr durchtrennt werden, die Rehabiliatationszeit ist deutlich kürzer, die Patienten schneller wieder aktiv.

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16. Wie hoch sind die Erfolgsraten?

Beim Gelenkersatz erzielen die Operateure bei 95 von 100 Patienten gute bis sehr gute Ergebnisse, die Implantate bleiben auch nach 15 Jahren noch unverändert an ihrem Platz. Schmerz, Steifigkeit und Einschränkungen bessern sich nach dem Eingriff deutlich und diese verbesserte Lebensqualität bleibt über Jahre erhalten. 
Dennoch bleibt, wie bei jedem Eingriff, ein Restrisiko: Bei 0,5 bis 1,5 Prozent der Patienten treten Infektionen auf, mit Komplikationen müssen fünf Prozent der Betroffenen rechnen.

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