Psychologisch-verhaltensmedizinische Therapie

Das Therapiespektrum, das Psychologen einsetzen, ist mindestens so umfangreich wie das medizinische – und es ist genauso wichtig. Denn neben den biologischen spielen psychosoziale Faktoren bei der Entstehung und vor allem bei der Chronifizierung von Schmerzen eine wichtige Rolle. Außerdem beeinträchtigen chronische Schmerzen immer auch die Psyche.

Manche Patienten lehnen psychologische Methoden ab. Sie glauben, dass solche Verfahren nur eingesetzt werden, wenn Patienten psychisch krank sind oder sich die Schmerzen nur einbilden. Doch dies ist ein Vorurteil. Da die Psyche auf die eine oder andere Art immer beteiligt ist, muss sie in die Behandlung einbezogen werden.

Wenn Patienten etwa zwischen Hoffnungslosigkeit und der verzweifelten Suche nach neuen Therapiemöglichkeiten pendeln, sind Depressionen fast unvermeidlich. Diese Situation kann den Schmerz aufrechterhalten oder sogar intensivieren. In solchen Fällen sind psychologisch-verhaltensmedizinische Therapien sinnvoll. Sie werden von psychologischen Psychotherapeuten und speziell weitergebildeten Ärzten angeboten.

Die therapeutische Palette ist vielfältig.

Doch das zentrale Konzept der modernen Schmerzpsychotherapie ist die sogenannte kognitiv-verhaltensmedizinische Therapie.

Diese setzt an Überzeugungen, Einstellungen und Vorstellungen der Patienten sowie an deren Verhalten an. Ein Baustein dieser Methode, die Patientenschulung, vermittelt ein besseres Verständnis des Krankheitsgeschehens und nimmt unbegründete Sorgen sowie Ängste. Bei der Verhaltenstherapie, dem anderen wichtigen Baustein, lernen die Patienten beispielsweise, die Angst vor körperlichen und sozialen Aktivitäten abzubauen, die mit Schmerz verbunden sein könnten. Ein Verhalten, das Schmerzen verstärkt, soll durch ein gesundheitsförderndes Verhalten ersetzt werden.

Die Patienten gewinnen durch eine solche Therapie Selbstvertrauen, dass sie ihre Probleme lösen können und den Schmerzen nicht hilflos ausgeliefert sind. Ebenso sollen sie lernen, wieder zu genießen und sich positive Dimensionen des Erlebens zu erschließen.
Entspannungsmethoden werden in der psychologischen Schmerztherapie am häufigsten eingesetzt. Sie dienen der Schmerz- und Stressbewältigung und beeinflussen Körper und Psyche gleichermaßen. Mit ihrer Hilfe kann der Teufelskreis Schmerz-Muskelverspannung-Angst-Schmerz durchbrochen werden.

Wichtige Verfahren sind:

  • Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Bei dieser Methode werden einzelne Muskelgruppen gezielt angespannt und danach entspannt.
  • Das Autogene Training: Bei diesem Verfahren wird die Entspannung vorwiegend durch eine psychische Konzentration und Autosuggestion erreicht („Ich bin ganz ruhig.“ „Die Hand wird schwer und warm.“).
  • Biofeedback-Verfahren: Bei diesen Therapien werden physiologische Prozesse, etwa Muskelspannung oder Hauttemperatur, in akustische oder optische Signale übersetzt und damit für die Patienten wahrnehmbar. Dann lernen die Betroffenen, diese Signale zu beeinflussen.
  • Hypnotherapie sowie verschiedene Imaginations-, Atem- und Meditationstechniken: Diese Verfahren dienen der Distanzierung von Schmerzen. Da bei ihnen Trancezustände eine Rolle spielen, werden die Methoden auch „Fakirtechniken“ genannt.

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